Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte

Die Wurzeln des Steyrer MGV Sängerlust reichen zurück bis in das Jahr 1844.

Er kann sich damit zu Österreichs ältesten Gesangsvereinen zählen. Nach vierjährigem Bestehen wurde der Verein - aus angeblich politischen Gründen - im Revolutionsjahr 1848 von Amts wegen aufgelöst und konnte erst nach zweijähriger Pause 1850 unter dem geänderten Namen "Steyrer Liedertafel" erneut ins Leben treten.
Wenig später, 1858, erfolgte die Gründung des MGV Kränzchen. Beide, Liedertafel und Kränzchen, waren Sängergemeinschaften liberal-bürgerlicher Prägung und bestimmten in bester Zusammenarbeit einen bedeutenden Teil des Steyrer Musiklebens in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts.

Erwähnung verdienen die direkten Beziehungen zu zeitgenössischen Dichtern und Komponisten. Es finden sich im Vereinsarchiv handschriftliche Beiträge und Widmungen von Peter Rosegger, Felix Dahn, Enrica Handel-Mazzetti, weiters solche von Wilhelm Kienzl, Richard Heuberger, Thomas Koschat und vielen Anderen. Die engste Bindung hielten beide Vereine zu ihrem Ehrenmitglied Anton Bruckner, der bekanntlich einen Teil seiner entscheidenden Schaffensjahre in Steyr verbracht hat und Ehrenmitglied des Vereines ist.

Bald nach der Jahrhundertwende ist der Höhepunkt der Leistungskraft beider Vereine überschritten. Die sozialen und kulturellen Begleiterscheinungen des ersten Weltkrieges und der Jahre danach drängen zur Fusion; im Jahre 1929 vereinigen sich Liedertafel und Kränzchen unter dem alten Namen "Steyrer Männergesangsverein". Aber auch der zweite Weltkrieg fordert seinen Tribut: das Vereinsleben läßt sich nicht mehr im wünschenwerten Maße aktivieren. Es erfolgt 1959 der Zusammenschluß mit dem auch in schwierigen Zeiten aktiv gebliebenen a-capella-Chor "Sängerlust".

Diese "Sängerlust" ist der jüngste Sproß. 1886 in der Vorstadt gegründet, bleibt sie vorerst durch Jahrzehnte eine Tischgesellschaft. Dem aufopfernden Wirken des begabten Chorleiters Franz Wegscheider ist es zu verdanken, daß aus der gemütlichen Runde ein ambitionierter und leistungsfähiger Chor wurde. Unter der Leitung Wegscheiders fand der Chor zu seiner Blütezeit; 328 verschiedene Chorwerke wurden in den Wegscheider-Jahren von 1921 bis 1954 studiert und in 123 Konzerten aufgeführt. Prof. Max Deschka, der verdienstvolle Nachfolger, lehrte die Sänger den schwierigen Schritt zur zeitgenössichen Chorliteratur und schuf damit die Voraussetzung für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereines in der Gegenwart.

Der Steyrer Männergesangsverein Sängerlust hat derzeit knapp 50 ausübende Mitgieder. Beste Kameradschaft und das ernste Bemühen um eine vorbildliche gesangliche Leistung zeichnen den Chor aus. Für die Konzerte werden, neben Volkstümlichem und Bewährtem, stets zeitgenössische Komponisten einstudiert. Der Verein kann sich freuen, daß sein bescheidener, aber durchaus ernsthaft gedachter kultureller Beitrag in der Heimatstadt Steyr und anderswo Anerkennung findet.

Große Sängerfahrten machen den Verein auch anderswo bekannt und bringen im Gegenbesuch befreundete Chöre nach Steyr. Besondere Erwähnung verdienen die Reisen in das damals noch kommunistische Rumänien (1975, 1977), Plauen (1994, 1996), San Benedetto del Tronto (2004), Vorarlberg (1998), Belgien (2000), Dresden (1994), Berlin (2004), Graz (2004) und zuletzt Hamburg (2008).

Ein Höhepunkt im Vereinsleben war die Mitwirkung beim Festkonzert zum 100 Todestag von Anton Bruckner im berühmten Großen Saal des Wiener Musikvereines (1996) und die Teilnahme an der Eröffnung der Wiener Festwochen am Rathausplatz (1997).

Bekannte Mitglieder der letzten Zeit:

Hans Peter Heinzl (Österreichischer Kabarettist)

Franz Josef Hartlauer (Steyrer Unternehmer, Foto Hartlauer)

Die Ahnentafel

 

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